Volkstrauertag

mahnmal Volkstrauertag 2016
Kranzniederlegung in Mengerschied
So., 13.11.2016, 10.45 Uhr

Am Friedhof in Mengerschied haben die Ortsgemeinde und die örtlichen Vereine in Gedenken an die Opfer der vergangenen und aktuellen Kriege gemeinsam einen Kranz niedergelegt.

Der 1. Beigeordnete Hardy Maurer sprach bewegende Worte.

Musikalisch begeleitet wurde die Gedenkstunde durch den Gemischten Chor Mengerschied-Schwarzerden.

Zum Volkstrauertag 2016

Die Schlacht um Verdun steht heute symbolhaft für die Sinnlosigkeit des Krieges.

Über 300 000 Deutsche und Franzosen starben im Jahr 1916 in diesem Vorboten des modernen Vernichtungskrieges - im Feuer der Artillerie, durch die Gasangriefe oder im erbitterten Nahkampf. Viele mehr überlebten nur schwer verletzt. Und trotz all dieser Opfer verlief nach 300 Tagen und Nächten die Frontlinie am 19. Dezember 1916 kaum anders als zu Beginn der Schlacht im Februar desselben Jahres.

Ein Jahrhundert ist seitdem vergangen. Veteranen, die Verdun, Ypern, Tannenberg, die Somme oder andere Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs überlebten, gibt es nicht mehr. Und diejenigen, die von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren berichten können, werden ebenfalls von Jahr zu Jahr weniger.
Umso wichtiger wird dadurch die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der sich seit Jahrzehnten für die Versöhnung zwischen den Völkern und für Frieden über den Gräbern einsetzt.

Umso wichtiger wird damit auch ein Datum wie der Volkstrauertag, der uns, die wir - Gott sei Dank - keinen Krieg im eigenen Land kennen, daran erinnert, dass das letzte Kriegsende auf deutschem Boden nur wenige Jahrzehnte zurückliegt.

Wir brauchen ein Datum wie den Volkstrauertag, um daran erinnert zu werden, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist.
Vielerorts auf der Welt braucht es diese Erinnerung nicht. Vielerorts finden Krieg und Gewalt nicht nur in den Fernsehnachrichten statt, sondern sind der bittere Alltag von Menschen.
Das wird uns nicht zuletzt durch die Flüchtlinge bewusst, die verzweifelt aus den Kriegsgebieten in ihrer Heimat nach Europa fliehen.

Wer ihnen begegnet und zuhört, stellt fest: Ihre Berichte von Krieg und Todesangst, Hunger und Verzweiflung führen uns unsere eigene Vergangenheit neu vor Augen.
Verursachte nicht deutscher Vernichtungsfuror auch einst unermessliches Leid und millionenfache Flucht? Erlebten und erlitten nicht auch unsere Väter und Mütter, Großeltern und Urgroßeltern Bombenkrieg, Vertreibung und Gefangenschaft? Starben in Deutschland nicht auch schon Menschen beim Versuch, über eine Grenze zu fliehen?

Vielen Menschen in Deutschland dürfte es so oder ähnlich gehen, wenn sie vom Schicksal der Flüchtlinge hören. Zwar können wir Nachgeborene nur erahnen, wie es sein muss, Familie und Zuhause zu verlieren, doch die Erinnerung an unsere eigene Geschichte bringt uns die Schrecken des Krieges und das Leid der Flüchtlinge näher. Auch unsere Vergangenheit wirkt auf einmal weniger fern.

Wer sich so erinnern kann, hat viel von der Botschaft des Volkstrauertages verstanden. Seine Mahnung, Jahr um Jahr zurückzublicken, ist kein Glasperlenspiel:

Wir gedenken der Toten auch, um die Lebenden nicht zu vergessen.

Es geht nicht allein um das Gestern, sondern genauso um das Heute und das Morgen.

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Vorsitzender des Rates
der Evangelischen Kirche in Deutschland

www.volkstrauertag.de