Eröffnung Hochmoselübergang A61 - A60/A1
Auswirkung auf Mengerschied

Die Brücke über die Mosel zwischen Hunsrück (Longkamp/Kommen bei Morbach) und Eifel (Platten bei Wittlich) wird "Hochmoselübergang" genannt.

Gestern, 16.11.2019 fand ein Bürgerfest zur Eröffnung statt und am kommenden Donnerstag, 21.11.2019 wird die Brücke für den Straßenverkehr freigegeben.

Das Bauwerk ist rund 1,7 Kilometer lang und 160 Meter hoch und ist somit die zweithöchste Brücke Deutschlands.

Sie verbindet die A61 bei Rheinböllen (Hunsrück) mit der A60/A1 bei Wittlich (Eifel). Damit entsteht für den aus dem Rhein-Main-Gebiet kommenden Verkehr eine - im Vergleich mit der Route über Köln/Aachen - kürzere Verkehrsverbindung nach BeNeLux und den Überseehäfen an der Nordsee.

Für die Region Hunsrück bedeutet dies, dass die Bundesstraße B50, welche Zubringer zum Hochmoselübergang ist, stärker befahren wird und insgesamt die Region Hunsrück noch besser in den überregionalen Verkehr und die Ballungszentren angebunden wird.

Für die Entwicklung der Region Hunsrück, insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung, wird der Hochmoselübergang wichtige, positive Impulse setzen.

Die Verkehrsplaner rechnen mit ca. 25.000 Fahrzeugen je Tag, welche den Hochmoselübergang befahren werden.

Auch die Landstraße L162, welche durch Mengerschied führt, wird sehr wahrscheinlich mehr Verkehr aufnehmen müssen. Eine Prognose von 2009 auf Grundlage der Verkehrszählung von 2005 hat für die L162 in Mengerschied ein Aufkommen von 3.228 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden ergeben. Dieses Aufkommen wird sicherlich in den kommenden Monaten erheblich steigen.

Bereits seit einigen Jahren ist ein starkes Ansteigen von Lkw-Verkehren auf der Landstraße L162 in der Ortslage Mengerschied festzustellen.

Dies wohl auch als Folge dessen, dass die Lkw-Spediteure auf der Bundesstraße B50 Maut zahlen müssen und die Landstraße Gemünden bis Riesweiler mautfrei ist und somit die Lkw-Spediteure durch das Verlasen der B50 im Raum Kirchberg und das Auffahren auf die B50 in Riesweiler bei Simmern Maut sparen.

Der erhöhte Lkw-Verkehr sorgt jedoch dafür, dass einerseits die für starke Lkw-Verkehre technisch nicht ausgelegten Landstraßen in kürzester Zeit sanierungsbedürftig werden und andererseits die Ortskerne durch den Lärm stark belastet werden.

Lkw belasten Straßen im Vergleich zu Pkw ca. 160.000-mal stärker. Siehe hier:

"(...) Ein Lastwagen mit 10 Tonnen Achslast beansprucht die Verkehrswege damit pro Entfernungseinheit 160.000-mal stärker als ein Pkw mit einer Achslast von 0,5 Tonnen [EcWi00]. Damit ist der Lkw-Verkehr der entscheidende Faktor für die Beanspruchung des Straßenkörpers. Ohne diesen Faktor würden Straßen eher durch Umwelteinflüsse als durch Verkehr beansprucht werden. Der Pkw spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wachsender Lkw-Verkehr führt deshalb zu einem überproportionalen Anstieg von Straßenschäden. (...)"
Quelle:
https://www.forschungsinformationssystem.de/servlet/is/39816/

Aufgrund dieser Tatsache, könnte eigentlich davon ausgegangen werden, dass das Land Rheinland-Pfalz doch sehr interessiert sein müsste, dass der überregionale Lkw-Verkehr die Bundesstraße nutzt und nicht aus privatwirtschaftlichen, rein monetären Gründen dessen Landstraßen zerstört, die ja für die Bevölkerung und die Zubringerverkehre und nicht für überregionale Durchgangsverkehre vom Land gebaut worden sind und das Land ja seine Landstraßen mit hohen jährlichen Kosten unterhalten muss.

Der Gemeinderat der Ortsgemeinde Mengerschied ist daher aktiv geworden und prüft, ob es möglich ist, die Strecke Gemünden-Riesweiler mit Maut zu belegen oder diese Strecke für den überregionalen Lkw-Durchgangsverkehr sperren zu lassen.

Anbei Impressionen vom Bürgerfest auf dem Hochmoselübergang.