Hochwasserschutz-Damm im Lamet-Tal

Auszug aus einer Machbarkeitsstudie

Ersteller: Ingenieurbüro für Bauwesen - Beratende Ingenieure JAKOBY + SCHREINER

Der mögliche Standort zur Schaffung von Rückhaltevolumen oberhalb der Ortslage befindet sich im Lametbachtal auf den Grünlandflächen zwischen Wickertsmühle und dem Grillplatz der Ortsgemeinde Mengerschied.

Hier verengt sich der Talraum mit teils hohen Flanken, so dass durch den Bau einer befahrbaren Dammanlage in einfacher bauweise Rückhalteraum geschaffen werden kann.

Im günstigsten Fall wird somit die Hochwasserspitze komplett gekappt, bzw. es wird bis zur Vollfüllung des Retentionsraumes eine ausreichende Zeitspanne vergehen, in welcher Schutzmaßnahmen im Bereich der unterliegenden Ortslage kurzfristig ergriffen werden können.

Das Planungsbüro hält zwei Lösungsvarianten im Lametbachtal als Standort für einen Damm für günstig.

Nach Vorgesprächen mit den Grundeigentümern einer Lösungsvariante 1 - an der schmalsten Tal-Stelle - fällt diese leider aus, da einer der Grundeigentümer nicht verkaufsbereit ist.

Am zweiten Standort könnte ein Querdamm mit einer maximalen Stauhöhe von ca. 5 m und einem Retentionsvolumen von ca. 40.000 Kubikmeter geschaffen werden. Hierzu ist am westlichen Ufer des Lametbaches das Gelände entsprechend abzutragen. Die Bodenabtragsmassen würden zur Errichtung des Querdammes genutzt, so dass zur Umsetzung dieser Maßnahme keine Fremdmassen erforderlich wären.

Durch die Abflussbegrenzung des Dammes ergibt sich bei einem Hochwasser ein Zeitgewinn von ca. 8 Stunden bis zur Vollfüllung der Retentionsanlage.

Diese Lösungsvariante 2 würde ein Dammbauwerk mit einer Länge von ca. 135 m erfordern, die Böschungen und der Damm selbst wären befahrbar. Das Volumen des Dammes wäre ca. 12.500 Kubikmeter Erde. Die Erdmassen können durch den vor beschriebenen Bodenabtrag zur Volumengewinnung gewonnen und als Erddamm verbaut werden.

Die Baukosten für diese Lösungsvariante 2 betragen laut Kostenschätzung vom Dezember 2018 ca. 950.000 €, einschließlich der Ankaufskosten der Grundstücke.

Bäche sind s.g. "Gewässer 3. Ordnung". Gemäß dem Landeswassergesetz Rheinland-Pfalz (LWG) sind für die "Gewässer 3. Ordnung" die kreisfreien Städte bzw. die Verbandsgemeinden zuständig. Daher trägt die Kosten für Hochwasserschutzmaßnahmen an Lametbach und Brühlbach die Verbandsgemeinde Simmern/Hunsrück. Das Land Rheinland-Pfalz fördert Hochwasserschutzmaßnahmen i.d.R. mit Fördersätzen von bis zu 90 %.